31. März 2011

Coverillustration zu Narbenhaut

Am 2. Februar berichteten wir hier bereits von der offiziellen Ankündigung des neuen Hörspielabenteuers von Dane Rahlmeyer:
Für den ersten Teil "Ein Instrument der Furcht" wurden wir für die Cover-Illustration beauftragt. Um uns besser in die Welt aus Danes Geschichte hineinversetzen zu können, schickte uns der Autor das Manuskript. Vor allem Hauptpersonen wie Sia Narbenhaut, die Namensgeberin der Geschichte, waren dem Autor Dane sehr wichtig und wir sollten sie deshalb in Aktion kennen lernen.

Das Motiv des Covers stand schnell fest und nach vielen Gesprächen und einigen Skizzen konnten wir ihm Sia Narbenhaut so auf das digitale Papier bringen, wie er sie sich erdacht hatte.


Wir freuen uns immer, mit Autoren persönlich zusammenarbeiten zu können, um ihrem Werk ein Äußeres zu verleihen, mit dem sie glücklich sind. Vor allem, da dies nicht die Regel ist. Viele Autoren haben leider auf die Covergestaltung nur wenig bis gar keinen Einfluss.

Das Cover gibt es bei uns auch als Wallpaper.
Auf dem Blog von Dane Rahlmeyer erfahrt ihr mehr über Narbenhaut und seine anderen Bücher.

Narbenhaut-Wallpaper

Das von uns illustrierte Cover des Hörspielabenteuers Narbenhaut möchten wir euch als Desktophintergrund zur Verfügung stellen.





(Die Illustration ist Eigentum von MOMMONO und unterliegt unseren Nutzungsbedingungen. Die abgebildeten Charaktere sind ausnahmslos geistiges Eigentum von Dane Rahlmeyer)

30. März 2011

Big-Digital-Art-Tutorial #03

In diesem fünfteiligen Photoshop-Tutorial zum Thema Digitale Illustration zeigen wir euch, wie aus der einfachen Strichzeichnung einer jungen Frau eine aufwendige Farbillustration wird.

Illustrator: Colin Winkler
Hardware: WACOM intuos 4 L Zeichentablett
Software: Adobe CS 4 Photoshop


Teil 3 / Schatten & Hauttextur
Im dritten Teil unserer Tutorialreihe beschäftigen wir uns mit der feinen Textur der Haut und mit dem Setzen von Schatten.


Schritt 1 - Schatten
Um einem gezeichneten Gegenstand oder auch einer Person ein natürliches Aussehen zu verleihen bedienen wir uns zweierlei Arten des Schattierens. Durch das plastische Ausmodellieren auf der Basis einer definierten Beleuchtungssituation (siehe Teil 1) können wir erreichen, dass unser Objekt als dreidimensionaler Körper erkannt wird. Fügen wir dem Bild noch richtig gesetzte Schlagschatten hinzu, vervollständigen wir den Eindruck einer realen Situation.

Schlagschatten sind die Schatten, die durch direkten Lichteinfall entstehen und relativ klar umrissen auf ein anderes Objekt geworfen werden; dabei wird im Grunde die Form des schattenwerfenden Objekts als Schattenriss projiziert.


Das plastische Ausmodellieren haben wir im ersten Teil unserer Tutorialreihe erklärt. Nun wenden wir uns speziell den Schlagschatten zu.


Wir erstellen zuerst eine neue Ebene und weisen ihr die Füllmethode (siehe Teil 1) "Multiplizieren" zu. Dann entnehmen wir unserem Bild mit dem Pipetten-Werkzeug ein helles Beige und reduzieren dessen Farbintensität ein wenig. Mit dem Pinsel (Härte 50%, 100% Deckkraft) beginnen wir nun die Schatten zu setzen und überarbeiten auch das Schattenbild im Allgemeinen ein wenig. Durch die ausgewählte Füllmethode der Ebene erscheint die eigentlich helle Farbe als dunkler Schatten, ohne jedoch zu viel von unserem Bild zu überdecken. Mit der Bildanpassung "Farbton/Sättigung" können wir je nach gewünschter Lichtsituation die Farbe der Schatten verändern und anpassen. Anschließend lassen wir unsere Schatten mit Hilfe einer Vektormaske (siehe Teil 1) weich auslaufen und schwächen sie bei Bedarf noch etwas ab, indem wir die Deckkraft der Ebene heruntersetzen.



Schritt 2 - Indirektes Licht
In so gut wie jeder Situation unterliegen Gegenstände dem Einfluss indirekten Lichts. Wenn Licht auf eine Oberfläche trifft, die dieses diffus reflektiert und dadurch unser Objekt anstrahlt, bezeichnet man dies als indirektes Licht. Es hat die Farbe des reflektierenden Objektes und ist immer schwächer als die Hauptlichtquelle.

Wir nehmen also eine dominierende Farbe aus dem Hintergrund, hellen sie in unserem Fall noch etwas auf und setzen auf einer neuen Ebene an den Stellen an, die von seitlichem Licht beeinflusst werden. Anschließend wird die Stärke unseres indirekten Lichts wieder mit der Ebenendeckkraft und einer Vektormaske nach Wunsch eingestellt.



Schritt 3 - Glanzlicht
Beim Glanzlicht gibt es eine einfache Faustregel: "Je glatter und glänzender eine Oberfläche, desto heller ist der Glanz und desto klarer die Kante. Je matter ein Stoff, desto blasser ist das Glanzlicht und desto weicher der Rand."

Ansonsten gehen wir vor, wie bei der Schattensetzung. Wir legen auf einer neuen Ebene die Grundlage des Glanzlichts an. Dazu nehmen wir Weiß und verringern die Ebenendeckkraft ein wenig, um das Licht zu brechen. Mit einer Vektormaske reduzieren wir anschließend den Glanz bis auf die gewünschte Stärke.



Schritt 4 - Textur
Um dem Gesicht einen noch realistischeren Anschein zu verleihen, setzen wir Texturierung ein. Zuerst erstellen wir wieder eine neue Ebene (Füllmethode: Multiplizieren) und suchen uns ein helles Rotbraun. Dann wählen wir für unser Pinselwerkzeug eine texturierte Spitze und punktieren das komplette Gesicht. Dabei ändern wir je nach Hautpartie die Größe des Pinsels, um Unterschiede in der Feinheit der Poren darzustellen. Danach reduzieren wir die Ebene mit Hilfe einer Vektormaske, bis nur noch eine blasses Rauschen in der Haut zu sehen ist.


TIPP: Bei einer geringeren Bildauflösung lässt sich dieser Effekt auch mit einem partiziell angewandten Rauschfilter erzeugen.

Als nächstes wiederholen wir den Schritt auf einer Ebene mit der Füllmethode "Weiches Licht" und einer hellen Farbe. Wir raten davon ab, der Einfachheit halber die vorige Ebene zu kopieren und nur die Farbe aufzuhellen. Da die Textur dabei die gleiche bleibt überlagern sie sich, oder bilden eine merkwürdig aussehende Dopplung, wenn man eine der Ebenen leicht verschiebt.



Schritt 5 - Akzente
Haben wir dem Gesicht eine leichte Textur verliehen, setzen wir einige Akzente an ausgewählten Stellen. Die Glanzstellen erweitern wir mit texturierten Rändern, kleine Fältchen bekommen eine hellere Glanzseite und einen leichten Schatten. Bearbeitet und angepasst werden können diese Ebenen wie immer mit einer Vektormaske.


Sind alle Akzente gesetzt sind wir mit der Textur der Haut fast fertig.



Schritt 6 - Letzte Details
Zum Schluss können wir noch Sommersprossen, kleine Leberflecken und die letzten Fältchen hinzufügen. Vor allem hierbei empfiehlt es sich, reale Gesichter als Vorbild zu nehmen, um möglichst realistische Details widerzugeben.

Somit sind wir mit der Ausgestaltung der Hautpartien fertig und unser Gesicht strotzt vor Details. Im vierten Teil unserer Reihe werden wir uns ganz den Augen widmen.



***


Bisheriger Arbeitaufwand: 6 Stunden
Ebenen-Counter: 86

Big-Digital-Art-Tutorial - Teil 1
Big-Digital-Art-Tutorial - Teil 2
Big-Digital-Art-Tutorial - Teil 4
Big-Digital-Art-Tutorial - Teil 5

Das Wallpaper zum Tutorial findet ihr HIER.

28. März 2011

Montagsmonster #13

Enrico ist ein unternehmungslustiger Geselle. Es fällt ihm aber nicht immer leicht sich zu entscheiden.











Monster-Download:

PNG (ohne Hintergrund)
DIN A 5, 300 dpi, RGB

EPS
RGB, kompatibel ab Illustrator 10

23. März 2011

Big-Digital-Art-Tutorial #02

In diesem fünfteiligen Photoshop-Tutorial zum Thema Digitale Illustration zeigen wir euch, wie aus der einfachen Strichzeichnung einer jungen Frau eine aufwendige Farbillustration wird.

Illustrator: Colin Winkler
Hardware: WACOM intuos 4 L Zeichentablett
Software: Adobe CS 4 Photoshop


Teil 2 / Haare
Im zweiten Teil unserer Tutorialreihe beschäftigen wir uns mit dem Malen von Haaren. Egal ob klassisch oder digital mit Zeichentablett und Photoshop, Haare sind immer ein heikles Thema. Wie zeichne ich Haare, die realistisch wirken? Gibt es irgendwelche Tricks?


Schritt 1 - Fläche und Struktur
Unsere Illustration wurde in Teil 1 ausmodelliert und coloriert. Jetzt nehmen wir uns der Frisur der Dame an. Wir haben beim Colorieren des Bildes bereits die Farbe des Haares festgelegt. Einige Striche, die uns von unserer Schwarz-Weiß-Vorzeichnung geblieben sind, deuten bereits Haarsträhnen an.


Trotz der etwas diffusen Form kann man jede Frisur auf eine relativ einfache Grundform reduzieren. Diese Grundform wird am besten bereits in der Vorzeichnung festgelegt und nach ihr gilt es zu schattieren.
Bei der Grundform sowie der feinen Ausgestaltung der Haare können wieder Fotografien als Vorlage dienen.

In unserem Fall beginnen wir, mit Hilfe der Alt-Taste (siehe Teil 1), den hellsten und reinsten Farbton der Haare aus unserem Bild zu entnehmen und setzen dann auf einer neuen Ebene die Lichtstellen. Wir gehen dabei vorsichtig vor und lassen den Hintergrund noch durchscheinen, da wir die bereits angedeuteten Strähnen nicht übermalen möchten. Dazu nehmen wir einen größeren Pinsel mit einer Deckkraft unter 50% und einer Härte von 0.


Dann erstellen wir eine weitere Ebene und benötigen nun eine neue Spitze unseres Pinselwerkzeuges. Mit einem Rechtsklick auf das Bild öffnen wir das Werkzeugmenü und erreichen mit dem kleinen Pfeil in der rechten oberen Ecke des Fensters ein Untermenü, in dem wir verschiedene Sets mit weiteren Pinselspitzen auswählen können. Wir wählen "Natürliche Spitzen" aus den Standard-Sets und suchen uns eine Spitze mit gepunkteter Textur.


TIPP: Wechselt man das Pinsel-Set wird man von Photoshop gefragt, ob man das ausgewählte Set, dem bisherigen anfügen oder es damit ersetzen möchte. Ersetzt man das bisherige Set, bleibt die Anzahl der Spitzen im Menü übersichtlich. Allerdings kann man mit der Funktion "Anfügen" die am häufigsten benötigten Sets zusammenlegen und diese als eigenes Set abspeichern. Das Standard-Set lässt sich mit "Pinsel zurücksetzen" wieder herstellen.

Nachdem wir nun eine passende Pinselspitze ausgewählt haben, streichen wir mit verschiedenen Brauntönen, die wir uns wieder direkt aus dem Bild nehmen, in Fallrichtung über das Haar. Dadurch bringen wir die nötige Struktur in die Frisur.


Diesen Schritt können wir ruhig auf mehreren Ebenen mehrmals und mit verschiedenen Pinselgrößen durchführen. Wichtig ist, dass man die Striche durchzieht und nicht abbricht und wieder ansetzt. Sollten einem die Enden zu hart vorkommen, kann man diese mit dem Radierwerkzeug etwas abschwächen.


Schritt 2 - Haar für Haar
Als nächstes wählen wir wieder eine Standard-Spitze für unser Pinselwerkzeug (kleine Größe, Härte 25%, 50% Deckkraft). Wir erstellen eine neue Ebene, nehmen zuerst ein dunkles Braun aus unserem Bild und vervollständigen die Frisur an sich. Die Ränder werden konkretisiert, einzelne Härchen gezeichnet die darüber hinausstehen; die Enden der Haare und die eine oder andere Strähne, die über das Gesicht verläuft, werden ausgezeichnet. Auf einer neuen Ebene ziehen wir dann mit einem hellen Braun, Strich für Strich und immer in Fall- und Laufrichtung, schwungvoll die einzelnen Haarsträhnen. Dabei bündeln wir unsere Striche, die nicht zu regelmäßig gesetzt werden sollten, zu einzelne Strähnen. Die Enden werden wieder mit dem Radierwerkzeug oder mit Zuhilfenahme einer Vektormaske (siehe Teil 1) verschleiert.

Dann erstellen wir wieder eine neue Ebene und wählen mit der Pipette das hellste Braun der Haare. Dieser Farbe geben wir im Bedienfeld "Farbe" etwas mehr Helligkeit. Dann setzen wir an den erhöhten Stellen, wo das Licht den größten Einfluss hat, nocheinmal an, aber dieses Mal mit weniger Strichen als zuvor. Haben wir die Ränder wieder etwas retuschiert, können wir mit dem nächsten Schritt fortfahren.



Schritt 3 - Glanz und Licht
Um unserem Bild eine interessante Lichtstimmung zu verleihen, platzieren wir eine direkte Lichtquelle hinter der Person. Dabei sehen die äußeren Haare fast so aus, als würden sie selbst leuchten. Um so einen Effekt zu kreieren nehmen wir zuerst ein helles Beige und überzeichnen die Haare auf der Lichtseite. Auch hier sollten die Ränder weich verlaufen.

Wir behalten den Farbton und machen auf einer neuen Ebene (Füllmethode: Linear abwedeln) weiter. Wir gehen nochmals mit einer sehr kleinen Pinselspitze über die selben Stellen und zeichnen zusätzlich kleine Härchen, die ein wenig vom Kopf stehen.

Für den Glanz im Haar wählen wir ein sehr helles Grau und zeichnen auf einer neuen Ebene genau im Verlauf der Haare Glanzstellen. Zu Beginn müssen diese nicht sehr sauber ausgeführt und können ruhig in einem größeren Bereich angelegt sein. Aber sie sollten nur auf helle Stellen aufgetragen werden, sonst sehen sie zum Ende merkwürdig und aufgesetzt aus. Anschließend werden sie mit dem Radiergummi oder einer Vektormaske reduziert. Dabei ist wichtig, dass die Glanzstellen nicht immer gleich lang sind. Wir variieren je nach Strähne ihre Länge und Position.



Schritt 4 - Highlights
Für den letzten Schliff erstellen wir wieder eine neue Ebene (Füllmethode: Linear abwedeln) und wählen mit der Pipette ein mittleres Braun. Dann zeichnen wir vereinzelt Härchen, die durch die Füllmethode der Ebene bernsteinfarben leuchten. Diese Härchen müssen nicht genau in Richtung verlaufen und können teilweise auch etwas wellig aussehen. Nach dem Hinzufügen einer Vektormaske retuschieren wir die Ansätze der Striche und gehen vorsichtig und nur an manchen Stellen quer zur Laufrichtung darüber, um diese etwas auszudünnen.


Man kann der Frisur bei Bedarf noch etwas mehr Kontrast verleihen, indem man den dunklen Bereichen in den Haaren noch mehr Tiefe verleiht. Dazu erstellt man eine neue Ebene, weist ihr die Füllmethode "Multiplizieren" zu und setzt mit einem mittleren Braun dunklere Schattenbereiche. Somit wären wir mit den Haaren fertig und am Ende des zweiten Teils unseres Tutorial-Spezials angelangt.

Im dritten Teil setzen wir konkrete Schatten und verleihen der Haut realistische Details. In den darauf folgenden Tutorials werden wir uns noch genauer mit den Augen und den Lippen beschäftigen.



***


Bisheriger Arbeitaufwand: 4-5 Stunden
Ebenen-Counter: 60

Big-Digital-Art-Tutorial - Teil 1
Big-Digital-Art-Tutorial - Teil 3
Big-Digital-Art-Tutorial - Teil 4
Big-Digital-Art-Tutorial - Teil 5

Das Wallpaper zum Tutorial findet ihr HIER.

22. März 2011

Neue Serie von Falk T. Puschmann

Letzte Woche wurde auf der Leipziger Buchmesse die neue Hörspielreihe von Falk T. Puschmann angekündigt: Earth Defence Squad. Dort gab es einen Trailer zu sehen und die ersten Infos zum SciFi-Abenteuer. Die erste Episode trägt den Titel "DEUS EX MACHINA" und ist der Erste von drei Teilen.

Seit Ende letzten Jahres arbeiten wir mit dem Autor zusammen an seinem neuen Projekt. Von uns sind die Cover-Artworks der Reihe und die Konzeptzeichnungen für die Charaktere. Wir dürfen natürlich noch nicht viel verraten, aber wir konnten im Rahmen unserer Arbeit schon einmal reinschnuppern und freuen uns sehr darauf.

"Die Geschichte spielt in einer weit entfernten Zukunft. Die Erde ist nur noch eine blasse Erscheinung in den Erzählungen alter Männer, ihr Schicksal liegt tief verborgen hinter dem Schleier des Vergessens. Die letzten Menschen leben in einer unterirdischen Stadt, in einem fremden Teil der Galaxie und kämpfen ums Überleben. Das Earth Defence Squad war einst mit der Verteidigung der Erde betraut, jetzt beschützen sie die letzte Zuflucht der Menschheit: Terra Nova."


EDS-Trailer

21. März 2011

Montagsmonster #12

Norm führt ein sehr ruhiges Leben, seit er seinen Namen geändert hat. Er stammt aus einer alten Schauspielerfamilie und der Name "Krake" brachte einfach zu viel ungewollte Aufmerksamkeit.











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RGB, kompatibel ab Illustrator 10

17. März 2011

Big-Digital-Art-Tutorial #01

In diesem fünfteiligen Photoshop-Tutorial zum Thema digitaler Illustration zeigen wir euch, wie aus der einfachen Strichzeichnung einer jungen Frau eine aufwendige Farbillustration wird.

Illustrator: Colin Winkler
Hardware: WACOM intuos 4 L Zeichentablett
Software: Adobe CS 4 Photoshop


Einleitung
Im ersten Teil dieser Serie behandeln wir das Schattieren in Graustufen und das anschließende Colorieren der Zeichnung.

Vermutlich wird sich der Eine oder Andere fragen, warum man eine Zeichnung zuerst in Schwarz-Weiß ausarbeitet und sie danach einfärbt. Natürlich werden viele Illustrationen auch gleich in Farbe angelegt, aber bei Motiven mit einem breiten Spektrum an ineinander übergehenden Farben und komplexer Schattenzeichnung kann diese Methode das Arbeiten erleichtern. Eine Regel gibt es hierbei allerding nicht. Es ist reine Ermessenssache welche Vorgehensweise man wählt. So würden wir ein Blumenfeld in der Sommersonne gleich in Farbe beginnen, da hier das Schattenspiel nur zweitrangig ist und das nachträgliche Einfärben der ganzen Blüten und Gräser einen viel zu großen Aufwand darstellen würde. Eine Großstadtszenerie würden wir hingegen colorieren. In der Praxis werden oft beide Techniken kombiniert eingesetzt.

In unserem Tutorial arbeiten wir mit CS 4 Photoshop von Adobe. Die verwendeten Werkzeuge sind allerdings sowohl in älteren Versionen vorhanden, wie auch im neuen Creative Suite 5.


Die Bildbearbeitungs-Software Photoshop ist zwar sehr umfangreich aber im Grunde gut strukturiert und vielseitig anpassbar. Wie bei vielen Programmen befindet sich am oberen Bildschirmrand die Menüleiste. Gleich darunter ist die Optionsleiste, deren Inhalt sich je nach ausgewähltem Werkzeug verändert. Am linken Bildschirmrand findet ihr die Werkzeugleiste oder auch Toolbox. Die Fenster auf der rechten Seite bezeichnen wir, Mangels besseren Terminus, als Bedienfeldregister. Vor allem die Bedienfelder können bei euch von den unserigen abweichen. Wir haben die gesamte Benutzeroberfläche unseren Bedürfnissen angepasst. Diese kann in der Menüleiste unter "Fenster" individualisiert werden.


Schritt 1 - Die Vorzeichnung
Als erstes laden wir die Vorzeichnung. Diese kann auf Papier gezeichnet und eingescannt oder bereits in Photoshop erstellt worden sein. Darauf, wie man ein Gesicht zeichnet, wollen wir hier nicht näher eingehen, da dies den Rahmen dieses Toturials sprengen würde. Die Zeichnung muss nicht sehr detailliert sein, eine Skizze ist völlig ausreichend.

Schritt 2 - Grundlagen
Bevor wir loslegen können, müssen wir eine Lichtrichtung festlegen. Für das richtige Setzen der Schatten ist dieser Schritt sehr wichtig ist. Wir legen für uns fest, dass das Licht von schräg oben kommen soll und erstellen eine neue Ebene im entsprechenden Bedienfeld. Es empfielt sich grundsätzlich für jeden Schritt, falls dieser nicht von sich aus mehrere Ebenen voraussetzt, jeweils eine neue zu beginnen. Auf dieser Weise lassen sich misslungene Schritte leichter rückgängig machen.


Der neuen Ebene weisen wir nun eine neue Füllmethode zu. Die Füllmethode gibt an, wie die entsprechende Ebene dargestellt wird und so mit den darunterliegenden Ebenen optisch reagiert. Standardmäßig wird jede Ebene in der Methode "Normal" angelegt. Mit einem Klick auf das Feld öffnen sich die Auswahlmöglichkeiten und wir wählen die Methode "Multiplizieren". Nun können wir auf der Ebene über unserer Vorzeichnung malen, ohne diese unter unseren Pinselstrichen verschwinden zu lassen.


Die Füllmethoden der Ebenen sind sehr vielseitig einsetzbar. Durch ein wenig Ausprobieren erkennt man schnell, welche Möglichkeiten diese Optionen bieten. 

Mit dem Pinselwerkzeug und einem mittleren Grauton beginnen wir nun der Zeichnung etwas Plastizität zu verleihen und die Schatten anzudeuten. Es kann ruhig noch etwas gröber aussehen. Hierbei geht es nur darum, die grundsätzlichen Schatten- und Lichtverhältnisse festzulegen.

TIPP: Die Auswahl der Pinselspitze beeinflusst stark unseren Strich. Für den Großteil der Arbeit benutzen wir einen der weichen Standard-Pinsel (50% Deckkraft, 100% Fluss). Mit der Härte können wir die Randschärfe unseres Pinsels einstellen.



Schritt 3 - Ausmodellieren
Auf einer neuen Ebene (Füllmethode: Normal) konkretisieren wir nun mit einer dunkleren Grau unsere Vorlage der Schatten und erweitere mit Schwarz und einem sehr hellen Grau die Licht- und Schattenbereiche. Dabei werden die Linien unserer Vorzeichnung mehr und mehr übermalt.


Um all die feinen Nuancen der Hell- und Dunkeltöne möglichst einfach ins Bild zu bekommen, wählen wir die Farben nach dem ersten Schattieren nicht mehr auf der rechten Seite aus, im Bedienfeld "Farbe/Farbfelder", sondern nutzen die Alt-Taste. Hält man diese gedrückt, wechselt der Pinsel kurzfristig zur Pipette. Mit dem Pipetten-Werkzeug kann man eine gewünschte Farbe aus dem Bild auswählen. Lässt man dann die Alt-Taste wieder los, wechselt die Maus automatisch wieder zum Pinsel und man kann mit der eben ausgewählten Farbe weitermalen. Auf diese Weise kann man sich schnell Farben aus dem Bild picken und die Haut weich ausmodellieren.

Mit wechselnder Härte und Größe des Pinsels schaffen wir schöne Kontraste zwischen den weichen Partien der Wangen und der Stirn und den scharfen Kanten an den Nasenflügeln, Augen und den Lippen. Verliert euch aber beim Schattieren nicht in kleinste Details, wie Wimpern oder kleine Fältchen. Diese kommen erst später an die Reihe.


TIPP: Nicht nur wenn euch die Routine beim Zeichnen eines Gesichtes fehlt, sondern auch als geübter Zeichner, empfielt es sich einige Fotografien als Vorlagen zu verwenden. Diese könnt ihr direkt in euer Bild laden. Erstellt dafür eine Gruppe und ihr könnt eure Vorlagen per Drag'n'Drop in diese ziehen. Gruppen funktionieren im Allgemeinen wie Ordner. Ihr könnt den kompletten Inhalt gemeinsam verschieben oder durch Klicken auf das kleine Augen-Symbol vor der jeweiligen Gruppe alles gleichzeitig aus- oder einblenden. Reduziert ihr zudem die Sättigung der Fotos, erhaltet ihr schöne Vorlagen in Schwarz-Weiß, auf die ihr schnell zugreifen könnt.


Am Ende sollten die Striche der Vorzeichnung weitgehend übermalt und alle Bereiche fertig ausmodelliert sein. Auch dem Hintergrund könnt ihr schon einen Helligkeitswert verleihen. Nur die von Erhöhungen geworfenen Schlagschatten könnt ihr noch weglassen, da diese erst in einem späteren Schritt hinzugefügt werden.



Schritt 4 - Colorieren
Steht das Bild soweit, geht es an das Colorieren. Hierfür nutzen wir wieder die Füllmethoden. Auf einer neu erstellten Ebene übermalen wir alle Hautpartien mit einem warmen Braunton und weisen der Ebene anschließend die Füllmethode "Farbe" zu.


Nun müsste das Gesicht wieder zu sehen sein, aber in der ausgewählten Farbe eingefärbt. Sollte diese noch nicht dem gewünschten Hautton entsprechen, was sehr wahrscheinlich der Fall ist, kann man über Bild>Anpassen in der Menüleiste die Optionen "Farbton/Sättigung" und "Gradationskurven" erreichen und die Farbe nach belieben anpassen. Auch mit der Deckkraft der Ebene lässt sich Farbigkeit beeinflussen.


Auf diese Weise färben wir auch den Rest des Bildes ein. Wir entscheiden uns für brünettes Haar und einen blaugrünlichen Kragen. Auch der Hintergrund erhält etwas Farbe.


Schritt 5 - Farbnuancen
Der Grundton der Hautpartien stimmt nun. Aber das Gesicht wirkt noch sehr einfarbig und unrealistisch. Das liegt an den unzähligen Farbnuancen, die in jedem natürlichen Gesicht zu finden sind. So sind wir zum Beispiel an einigen Stellen generell etwas gerötet, an anderen Stellen ist die Haut sehr dünn und Äderchen lassen die Haut leicht blaugrünlich bis violett erscheinen. Studiert man ein Gesicht aufmerksam, entdeckt man viele dieser kleinen Feinheiten. Wir empfehlen auch hier, sich Fotomaterial, am besten unretuschiert, zu Hilfe zu nehmen.

Um nun auch unserem Gesicht diese natürlichen Farbvariationen zu verleihen, erstellen wir wieder eine neue Ebene und greifen dann tief in den Farbtopf. Wir nehmen die jeweilige Farbe in purer Form, und tragen sie an entsprechender Stelle auf, an der wir sie in einem realen Gesicht ausmachen konnten. Die Wangen, Nase und Mundpartie werden rötlich bis purpur, um die Augen herum kommt blau und violett zum Einsatz und unterhalb der Augen und an den Schläfen ein blasses grün. Das Gesicht dürfte jetzt noch sehr an einen Clown erinnern, aber das werden wir schnell ändern. Wir weisen nun der Ebene die Füllmethode "Weiches Licht" zu und verringern ihre Deckkraft auf unter 50%. Anschließend bessern wir mit dem Radier-Werkzeug noch etwas nach. Die Farben dürfen ruhig sehr blass werden, denn bereits kleine Unterschiede reichen aus, um das Gesicht lebendiger und realistischer wirken zu lassen. Solche Farb-Ebenen könne wir mehrmals anlegen und durch übereinanderlegen der Ebenen vermischen, bis wir die richtigen Töne getroffen haben.


TIPP: Eine Vektormaske ist in Photoshop oft die bessere Alternative zum Radierer. Mit ihr können Teile einer Ebene unsichtbar gemacht werden, ohne diese dauerhaft löschen zu müssen, wie es beim Radierer der Fall ist. Fügt man einer Ebene eine Vektormaske hinzu, muss man diese zuerst seperat im Ebenen-Bedienfeld anwählen. Ist die Maske ausgewählt, sind nur noch Schwarz-Weiß-Töne als Farben verfügbar, wobei die Farbe Schwarz für unsichtbar und Weiß für sichtbar steht. Nun kann man durch übermalen mit dem Pinsel-Werkzeug Teile ausblenden (Schwarz) und bei Bedarf wieder sichtbar machen(Weiß). Mit der rechten Maustaste können Vektormasken auch deaktiviert oder ihre Beschneidungen dauerhaft auf die Ebene angewandt werden.


Den Farbton und den Glanzgrad der Haut kann man mit einer weiteren Ebene variieren und genauer anpassen. Dazu entnehmen wir mit dem Pipetten-Werkzeug (Alt-Taste) ein sehr helles Beige aus dem Bild und übermalen das Gesicht größtenteils. Dann wählen wir als Füllmethode "Multiplizieren" aus und können mit der Deckkraft der Ebene das Erscheinungsbild nach Belieben einstellen.

Anschließen können wir auf einer neuen Ebene (Füllmethode: Normal) noch kleinere Ausbesserungen machen. Hierzu nehmen wir mit der Pipette jeweils die gewünschte Farbe und streichen mit einem neutralen Hautton über noch zu bunt wirkende Flecken und gehen mit wenig Deckkraft über die Stellen unter den Augen, an denen die Haut dünn und leicht transparent wirken soll.

Auf einer weiteren Ebene (Füllmethode: Multiplizieren) zeichnen wir die Augenbrauen in einem Dunkelbraun mit wenig Farbsättigung an.



Schritt 6 - Zwischenstand
Hat bis jetzt alles gut funktioniert und gefällt uns das Ergebnis, reduzieren wir alle Ebenen auf eine einzige. Dann duplizieren wir diese und arbeiten mit der Kopie weiter. Das spart zum einen Rechenleistung, man behält leichter den Überblick, da sich so nicht zu viele Ebenen ansammeln. Zudem fungiert eine solche Kopie als eine Art fester Speicher. Sollte man im Verlauf der Arbeit einen Fehler machen, der sich nicht mehr über das Protokoll Rückgängig machen lässt, besitzt man immer noch einen früheren Stand der Arbeit. Wir raten dazu, immer wieder solche Sicherungskopien anzulegen.

TIPP: Mit dem Filter "Verflüssigen" kann ein Bild verformt werden. So lassen sich im nachhinein noch Proportionen leicht verändern, Stellen im Bild aufblähen oder zusammenziehen. Bei unserem Bild rücken wir Nase und Mund etwas zurecht und können an Kiefer und Kinn ein wenig nachbessern.


Unser Bild ist jetzt fertig coloriert und wartet auf die nächsten Schritte. Im zweiten Teil unseres Turorial-Spezials widmen wir uns ganz dem Zeichnen der Haare. Augen und Lippen werden in den darauf folgenden Tutorials behandelt.



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Bisheriger Arbeitaufwand: 2-3 Stunden
Ebenen-Counter: 35

Big-Digital-Art-Tutorial - Teil 2
Big-Digital-Art-Tutorial - Teil 3
Big-Digital-Art-Tutorial - Teil 4
Big-Digital-Art-Tutorial - Teil 5

Das Wallpaper zum Tutorial findet ihr HIER.

14. März 2011

Montagsmonster #11

Snapsnap hat es mit seinen vielen Beinen nicht immer leicht. Zum Glück kann es fliegen.











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11. März 2011

Ankündigung: Tutorials

Ab nächster Woche gibt es ein neues Thema auf unserem News-Blog: Tutorials. Dort werdet ihr Tips und Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu Bildbearbeitung, Bildretusche und digitaler Illustration finden.

Zum Start veröffentlichen wir ein großes Spezial. In einer fünfteiligen Serie zeigen wir euch, wie aus einer einfachen Strichzeichnung eine aufwendige Computer-Illustration wird. Wir behandeln das Schattieren der Vorzeichnung, das anschließende Colorieren in Photoshop und gehen speziell auf das Malen von Haaren, Augen, Lippen und Hautdetails ein.

Das Tutorial wird es in einer Zusammenfassung auch als Download geben.

10. März 2011

Leipziger Buchmesse

In genau einer Woche beginnt die Leipziger Buchmesse. Wir freuen uns mit allen Autoren, die wir dieses Jahr mit Illustrationen und Werbemitteln ausstatten durften und auf der Messe ihre neuen Werke präsentieren. Zwar werden wir es leider nicht nach Leipzig schaffen, aber wir wünschen euch viel Erfolg.

7. März 2011

Montagsmonster #10

Snoobin plappert unentwegt alles nach was er hört und er liebt Nüsse.











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